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Vergangenen Freitag, den 19. Juni, versammelten sich rund 320 Absolventinnen und Absolventen der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) in der örtlichen Stadthalle. Im Beisein von ihren Familien, Freundinnen und Freunden sowie Ehrengästen aus der Wirtschaft und der Hochschulfamilie wurden sie in drei feierlichen Zeremonien offiziell verabschiedet. Unter den Neu-Graduierten waren auch rund 70 Personen, die an der THD berufsbegleitend ihrer akademischen Weiterbildung nachgegangen sind.
Bereits der feierliche Einzug der Graduierten gemeinsam mit den Dekanen ihrer Fakultäten verlieh der Veranstaltung einen würdigen Beginn. In seinen Grußworten gratulierte THD-Präsident Prof. Waldemar Berg den Absolventinnen und Absolventen zu ihrem erfolgreichen Studienabschluss und wünschten ihnen alles Gute für ihren weiteren Lebensweg.
Auszeichnungen für Abschlussarbeiten und Silberdiplome
Die besondere regionale Verbundenheit zeigte sich in den sechs Unternehmenspreisen, die für herausragende Abschlussarbeiten verliehen und von Vertretenden der jeweiligen Firmen persönlich überreicht wurden. Der von Micro-Epsilon Messtechnik GmbH & Co. KG aus Ortenburg gestiftete Preis wurde an Fabian Fischer (Bachelor Maschinenbau) verliehen. Kaan Yildirim (Bachelor Cyber Security) erhielt den Rohde & Schwarz Best Bachelor Award. Der Manfred Zollner-Preis der Zollner Elektronik AG ging an Christoph Abtmeier (Bachelor Mechatronik). Außerdem stiftetet die Firma STREICHER einen Preis an Jakob Eiblmeier (Bachelor Elektro- und Informationstechnik). Der Medienpreis 2026 der Stiftung Attenkofer ging an Michelle Muntan (Bachelor Medientechnik). Die letzte Preisträgerin war Theresa Neuberger (Master Strategisches und Internationales Management), die mit dem K+B Preis 2026 der Firma K+B E-Tech GmbH & Co. KG aus Cham ausgezeichnet wurde.
Besondere Aufmerksamkeit galt außerdem den Alumni des Abschlussjahrgangs 2001. Sechzehn ehemalige Studierende des Diplomstudiengangs Betriebswirtschaft waren der Einladung gefolgt und nahmen ihre Silberdiplome entgegen. Mit der Ehrung wurde nicht nur ihre akademische Leistung gewürdigt, sondern auch ihre langjährige Verbundenheit mit der Hochschule.
Emotionale Höhepunkte
Für persönliche und emotionale Momente sorgten die Reden zweier Studierender: Hatef Bahari Sani (Master High Performance Computing / Quantum Computing) sowie Johanna Hörfurter (Bachelor Tourismusmanagement) blickten auf ihre Studienzeit an der THD zurück. Mit Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse, Herausforderungen und Erfolge ließen sie die vergangenen Jahre Revue passieren und sorgten dabei für viele nachdenkliche, aber auch heitere Momente.
Darauf folgte der Höhepunkt: Gekleidet in Talaren und Hüten mit Quasten in der Farbe ihrer jeweiligen Fachbereiche nahmen die Absolventinnen und Absolventen ihre Urkunden entgegen. Die Dekane verabschiedeten ihre ehemaligen Studierenden mit persönlichen Worten und ermutigten sie, den kommenden beruflichen und privaten Herausforderungen mit Zuversicht zu begegnen und zugleich die Verbindung zur THD nicht zu verlieren.
Den feierlichen Abschluss bildete das „Shift the Tassel“: Gemeinsam wechselten die Neu-Graduierten die Quaste ihrer Hüte auf die andere Seite – ein symbolischer Schritt vom Studium in den nächsten Lebensabschnitt. Mit einem Countdown und dem traditionellen Hütewurf endeten die Feiern schließlich.
Am Campus Oberschneiding der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) fand am Mittwochabend, den 17. Juni, das Treffen der Alumni des Silicon Valley Program statt. Rund 60 Teilnehmende tauschten sich über ihre Erfahrungen, Geschäftsideen und Erfolge aus. Ein Höhepunkt des Abends: Fünf bayerische Startups berichteten von ihren eigenen Erlebnissen im Rahmen des Programms.
Wie wird aus einer Technologie ein Unternehmen? Was hat das Programm wirklich gebracht? Welche Schwierigkeiten mussten die Teams bewältigen? Antworten auf diese Fragen boten moderierte Gespräche mit ehemaligen Teams des Silicon Valley Program. Von einer kurzen Vorstellung des Unternehmens über erreichte Meilensteine bis zu Fragen aus dem Publikum hatten die Referierenden gut jeweils 20 Minuten Zeit, um den Teilnehmenden von ihren eigenen Erfahrungen zu erzählen.
Von Neuorientierung, Finanzierung und Übernahmeangeboten
Den Anfang machte ReBricker, ein Unternehmen aus Simbach bei Landau, das ungenutzten Klemmbausteinen ein zweites Leben geben möchte. Steine, die im Keller oder auf dem Dachboden stehen, werden zu neuen Sets sortiert – ganz im Sinne der Nachhaltigkeit. Was zu Beginn des Programms nach Nischenangebot klang, ist mittlerweile zu einer aktiven digitalen Plattform geworden.
Die brainjo GmbH aus Regensburg berichtete von ihrer Neupositionierung: Ursprünglich im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagement gestartet, stellt das Unternehmen nun eine innovative Virtual-Reality-Plattform für evidenzbasierte Therapien. Dass sich dieser Schritt gelohnt hat, zeigt eine Finanzierung von mehr als zwei Millionen Euro.
Eine weitere Erfolgsstory erzählte aipama: Das Viechtacher Startup kann als Payroll-Dienstleister mittlerweile über 1.500 Unternehmenskunden vorweisen. Das Team betonte, dass der Einblick in die amerikanische Startup-Kultur maßgeblich dabei geholfen habe, in größeren Dimensionen zu denken. Übernahme- und Investmentangebote aus den USA lehnten die Gründenden trotzdem ab.
Vom Gründungsteam mit einem Mitarbeitenden zu rund 50 Angestellten: Das ist nur einer der Erfolge des Deggendorfer Unternehmens PartSpace. Was 2015 als Studienprojekt an der THD begann, wurde über die Masterarbeit zum Businessmodell, durchlief Gründungsberatung und das EXIST-Förderprogramm und führte schließlich zur eigentlichen Gründung. Heute hat das Unternehmen für seine KI-Software für technische Einkauf- und Kostenanalyse in einer Finanzierungsrunde 13 Millionen Euro eingesammelt.
Als Letztes berichtete das Team der Killwatt GmbH aus Tirschenreuth. Vor fünf Jahren hegten Mentoren noch Zweifel an dem Erfolg der Geschäftsidee. Prof. Peter Schmieder, Architekt des Programms und Leitung des Campus Oberschneiding, sowie ein Partner im Silicon Valley sahen jedoch großes Potenzial. Mittlerweile zählt Killwatt als Startup zu einem der innovativsten Unternehmen Deutschlands in seiner Branche.
Ein Netzwerk für die Skalierung
Trotz unterschiedlichster Ausgangssituationen bei Beginn des Silicon Valley Program stimmten die Teams am Alumni Abend bei einer Erkenntnis überein: Die wertvollsten Lektionen entstehen nicht auf der Bühne, sondern in den Jahren danach, wenn aus einer Idee tatsächlich ein Unternehmen wachsen muss. Das Ziel des Silicon Valley Program ist, die Teams bei ebendieser kritischen Phase zwischen technischer Reife und Markterfolg zu begleiten. Der Schlüssel liegt dabei im Netzwerk des Programms. „Für fast jedes Thema gibt es eine Person, die über die passende Expertise verfügt“, so Schmieder. Genau darin liege die Stärke des Silicon Valley Program, wenn junge Unternehmen den Schritt der Skalierung gehen.
Für ihr Engagement neben dem Studium wurden am 18. Juni bereits zum vierten Mal ehrenamtlich tätige Studierende der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) mit Stipendien der Gerti & Heinz Iglhaut Stiftung ausgezeichnet. Fünf junge Leute dürfen sich nun ein Jahr lang über eine monatliche Förderung in Höhe von 300 Euro freuen.
„Ehrenamt ist uns eine Herzensangelegenheit“, begrüßte der Stifter Heinz Iglhaut die Stipendiatinnen und Stipendiaten im Beisein von Hochschulpräsident Prof. Waldemar Berg und Stefanie Möginger, Leiterin des Career Service. Gemeinsam mit seiner Frau und Mitstifterin Gerti Iglhaut überreichte er den fünf Studierenden die Urkunden und bedankte sich persönlich für ihr ehrenamtliches Engagement in Deggendorf und der Region. Noten spielen bei der Stipendienvergabe keine Rolle. Dem Stifterpaar kommt es auf den persönlichen Einsatz für das Gemeinwohl sowie die Förderung von Kindern und Jugendlichen an - aus Überzeugung und mit Herzblut. So ermöglicht die finanzielle Unterstützung den Stipendiatinnen und Stipendiaten, sich aktiv dem Ehrenamt zu widmen und damit einen wertvollen Beitrag für ein lebendiges und sicheres Miteinander in der Gesellschaft zu leisten.
„Ehrenamtliches Engagement ist für mich kein bloßer Zusatz im Lebenslauf, sondern Ausdruck meiner inneren Haltung“, bringt es die Stipendiatin Theresa Eder auf den Punkt. Sie studiert Wirtschaftsingenieurwesen, ist Rettungssanitäterin bei den Maltesern, bei der Feuerwehr und möchte sich obendrein beim Verein Technik für Kinder (TfK) einbringen. Weiter zählen Johanna Wierl und Tim Wiesmeier zu den Glücklichen. Die angehende Umweltingenieurin ist seit Kindestagen in vielen Vereinen aktiv und möchte bei TfK fortan auch in ihrer neuen Heimat Deggendorf ehrenamtlich Fuß fassen. Der Medientechnikstudent macht sich als Semestersprecher stark und möchte Kindern ebenfalls frühzeitig Berührungspunkte mit Technik ermöglichen, um sie spielerisch und kreativ für diese zu begeistern. Außerdem dürfen sich zwei Stipendiaten bereits zum wiederholten Male über die finanzielle Unterstützung freuen, die es ihnen ermöglicht, ihrem ehrenamtlichen Engagement neben dem Studium mehr Zeit einzuräumen. Elias Fruth studiert dual Wirtschaftsingenieurwesen, ist bei der Feuerwehr, in der örtlichen Landjugend im Vorstand aktiv und engagiert sich nebenbei auch noch als Torwarttrainer. "Es motiviert mich sehr, Kinder und Jugendliche für Technik zu begeistern und ihnen technische Themen auf praktische Weise näherzubringen“, stimmt der Wirtschaftsinformatikstudent Udo Schmidt zu, der neben TfK auch seit 15 Jahren bei der Wasserwacht aktiv ist.