Life Science trifft Informatik
Wissenschaft und Industrie zu Gast an der THD16.7.2026 | THD-Pressestelle
Die Forschungsgruppe BIOInformatik mit Leiterin Prof. Dr. Melanie Kappelmann-Fenzl (unten, r. v. r.) lud zur Lecture Series an den Campus der THD.„Meet the Expert: Life Science meets Informatics“ – unter diesem Motto lud die Technische Hochschule Deggendorf (THD) am Mittwoch, den 8. Juli, Forschende sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Medizin und der Biotech-Branche auf den Campus ein. Organisiert wurde die Vortragsreihe von Prof. Dr. Melanie Kappelmann-Fenzl, Leiterin der THD-Forschungsgruppe BIOInformatik. Erstmals war die Veranstaltung öffentlich. Ein Angebot, das neben Studierenden auch Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Fachrichtungen gerne wahrnahmen.
„Ursprünglich wurde die Lecture Series für unsere Studiengänge ‚Life Science Informatics‘ und ‚Digitale Biomedizin‘ ins Leben gerufen. Rasch wurde deutlich, wie wichtig der Austausch zwischen Hochschulforschung und den Anwendungsfeldern der Life Science ist. Mit der Veranstaltungsreihe möchte die Forschungsgruppe BIOInformatik der THD den Life-Science-Bereich in der Region stärken und eine Plattform für den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis schaffen. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die Bereiche Diagnostik und Pharma sowie die Vernetzung von Forschung, Anwendung und Innovation“, erklärt die Forschungsgruppe BIOInformatik der THD.
Aktuelle Technologien und Zukunftsvisionen
Erstmals konnte das Organisationsteam dieses Jahr Dr. Daniel Bader von Roche Diagnostics an der Hochschule begrüßen. Am Beispiel der Bestimmung des Vitamin-D Spiegels demonstrierte er praxisnah die Datengenerierung mittels klinischer Massenspektrometrie und verdeutlichte die Bedeutung der anschließenden Datenanalyse für die klinische Diagnostik.
Einen weiteren Schwerpunkt der Veranstaltung bildeten moderne Next-Generation-Sequencing (NGS)-Verfahren. Diese ermöglichen durch automatisierte und parallelisierte Prozesse eine deutlich schnellere und kosteneffizientere Analyse genetischen Materials. Trotz der technologischen Fortschritte bleibe die sorgfältige Planung und statistisch fundierte Auswertung von Experimenten unverzichtbar, betonte Prof. Dr. Michael Rehli vom Universitätsklinikum Regensburg. Der Epigentik-Experte verdeutlichte, wie entscheidend ein durchdachtes Studiendesign für aussagekräftige Forschungsergebnisse ist.
Dr. Alexandra Hamberger vom Institut für molekulare Pathologie am Klinikum Deggendorf stellte die Anwendung von Next Generation Sequencing in der molekularen Tumordiagnostik vor. Dabei wurde deutlich, wie moderne Sequenzierungstechnologien den Weg für personalisierte Medizin ebnen, bei der Diagnostik und Therapie individuell auf die Eigenschaften einzelner Patientinnen und Patienten zugeschnitten werden. Besonders inspirierend war der Beitrag von Tatiana Konovalova von GeneArt Thermo Fisher Scientific. Sie gewährte Einblicke in das Zusammenspiel von Forschung, Entwicklung und Bioinformatik in einem international tätigen Unternehmen und motivierte die Teilnehmenden, sich kontinuierlich weiterzubilden und neuen Herausforderungen offen zu begegnen.
Ergänzt wurde das Programm durch Vorträge von Dr. Josef Scheiber von BioVariance GmbH, Dr. Silvio Scheel von Illumina und Prof. Dr. Anja Katrin Bosserhoff von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Sie präsentierten aktuelle Entwicklungen aus ihren jeweiligen Forschungs- und Tätigkeitsfeldern und boten den Teilnehmenden wertvolle Einblicke in Wissenschaft und Praxis. Die Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit zum interdisziplinären Austausch intensiv und zeigten sich begeistert vom fachlichen Input der Referierenden. Die Lecture Series findet jährlich statt und steht auch künftig allen Interessierten offen. Sie versteht sich als Plattform für Dialog zwischen Hochschulforschung, Diagnostik, Pharmaindustrie und weiteren Akteuren der Life Science.